Demonstration am 23.03.2013 verhindern! Fremdenfeindliche Strukturen zerschlagen!

Stephan Buschendorff (Pro Deutschland SH) ruft für den 23.03.2013 zu einer Demonstration in Hamburg Horn auf. Mit dem Motto “Gegen die Umwandlung von einer Kirche zur Moschee” stehen Islamfeindlichkeit und Intoleranz statt Religionsfreiheit im Fokus. Mit der “German Defence League” und der Kooperation mit den Identitären und NPD-Mitgliedern wird das Debakel zu einer ausländerfendlichen Hetzkampagne.

Demonstration am 23.03.2013 verhindern! Fremdenfeindliche Strukturen zerschlagen!

Achtet auf aktuelle Informationen!

Ein Beitrag zur GDL:
https://linksunten.indymedia.org/de/node/70257

Quelle: Antifa-Dithmarschen

Angriff auf Antifaschist_innen

Wir dokumentieren einen Beitrag von Indymedia-Linksunten:

 

In der Nacht von Samstag zu Sonntag wurden um 4.30 Uhr zwei Antifaschist_innen von einem Neonazi körperlich angegriffen und verletzt. Die beiden betroffenen Antifaschist_innen waren auf dem Weg nach Hause, als sie Patrick Thomé, einen organisierten Neonazi der „Freien Nationalisten Eckernförde“ (FNE), begegneten. Nach einem verbalen Austausch zog Thomé eine Waffe (vermutlich eine Schreckschusspistole), schlug einem der Anwesenden mit der Waffe auf den Hinterkopf und schoss anschließend mehrmals in Richtung der Genoss_innen, welche versuchten sich in Sicherheit zu bringen.

 

Patrick Thomé (Riesebyer Straße 25, 24340 Eckernförde, *22.01.1990), welcher ursprünglich in Loose (Eckernförde-Umland) aufwuchs und seit einigen Jahren in Eckernförde wohnt, ist ein ortsbekannter Neonazi. Seit Jahren pflegt dieser Kontakte in die extrem rechte Szene und war in diversen Gruppierungen und kameradschaftsähnlichen Verbindungen aktiv. Vor einem Jahr gehörte er der Gruppierung „Volksfront Eckernförde“ unter der Führung von Denny Bruno Landeck (Stettinerstraße 38, 24340 Eckernförde, derzeit im Knast) an, welche damals für mehrere Übergriffe auf nicht-rechte Menschen verantwortlich war. Ihr Aktionismus beschränkte sich auf gezielte Anti-Antifa Arbeit. Aufgrund von Unstimmigkeiten über die politische Führung der „Volksfront Eckernförde“ brach Thomé mit Landeck und gründete mit Peddy Arndt (An der Aue 5, 24360 Barkelsby), Stephan Petersen (24366 Loose)  und anderen Neonazis die „Freien Nationalisten Eckernförde“.

Thomé ist in Eckernförde als Soldat der Marine stationiert. Der bekennende Waffennarr posiert in sozialen Netzwerken gern mit Schusswaffen in der Hand, auch in seiner Freizeit beschäftigt er sich mit dem Gebrauch und Umgang mit Waffen. So verwundert es nicht, dass dieser bei einer Auseinandersetzung Gebrauch von einer Waffe macht, an der er als Soldat ausgebildet wurde.

Seit September letzten Jahres nahm die Qualität der körperlichen Übergriffe von Seiten der Neonazis in Eckernförde kontinuierlich zu. Ende September griffen Neonazis der „Freien Nationalisten Eckernförde“ einen nicht-rechten Jugendlichen an und versuchten diesen mit einer Stichwaffe zu verletzen. Bedrohungen und Übergriffe gegen den betroffenen Jugendlichen folgten.
Der gestrige Gebrauch von Schusswaffen stellt in Eckernförde eine neue Qualität der Auseinandersetzung dar.

Die zunehmende Gewalt und Organisation extrem-rechter Zusammenhänge in Eckernförde und Umland fordert konsequentes Handeln aller Antifaschist_innen. Dies bedeutet: Solidarität mit allen Betroffenen rechter Gewalt! Antifaschistischen Selbstschutz organisieren! Neonazistrukturen offenlegen und bekämpfen!

Die Antifa Eckernförde veranstaltet am kommenden Freitag, den 15.02.2013 um 17.30 Uhr im „Das Haus“ (Reeperbahn 28, 24340 Eckernförde) eine Informationsveranstaltung zum Thema „rechte Umtriebe in Eckernförde“.  Wir bitten darum, diese Veranstaltung zahlreich zu unterstützen.

Keine Zukunft für Neonazis in Eckernförde und anderswo! Kein Frieden für Patrick Thomé und die „Freien Nationalisten Eckernförde“!

Antifaschistische Koordination Lübeck

+++30.03. | Neonaziaufmarsch abgesagt: WEIL IHR GAR NICHTS KÖNNT! +++

 

Am 30. März 2013 plante der NPD Landesverband Schleswig-Holstein mit der ihr eng verbundenen, überregionalen Kameradschaftsszene, wie zum Beispiel dem „Aktionsbündnis Lübeck-Stormarn“ (ABLS) einen geschichtsrevisionistischen „Trauermarsch“ anlässlich der Bombardierung Lübecks 1942 durchzuführen.

 

Opfermythos? –NEIN!
In den letzten 7 Jahren versuchte die extreme Rechte jedes Jahr aufs Neue deutsche Kriegsverbrecher_innen als Opfer zu relativieren, ihren Geschichtsrevisionismus salonfähig zu machen und dadurch an den gesellschaftlich Diskurs der Täter-Opfer-Umkehr anzuknüpfen.
Ein deutsches Opfergedenken ist in der gesellschaftlichen Mitte weiter verbreitet, als gedacht. So wird beispielsweise innerhalb der Gesellschaft im Hinblick auf die Flucht und „Vertreibung“ der deutschen „Opfer“ zum Ende des zweiten Weltkrieges gesprochen. Besonders nach Kampagnen wie „Du bist Deutschland“, dem „Deutschland – WM- Hype“ und „Das Wunder von Oslo“, entwickelte die gesellschaftliche Mitte ein positives Nationalgefühl, welches der Festigung des nationalen Zusammenhaltes und der Konstitution einer deutschen Identität dient. Dies suggeriert genug zur „Geschichtsaufarbeitung“ geleistet zu haben und somit nun den deutschen Opfern gedenken zu können. Täter_innen werden so zu Opfern stilisiert, die ursächlichen Geschehnisse werden nicht mehr beleuchtet und die Gräueltaten der Nazis ausgeblendet. Doch die schnöde Versicherung Teil einer nationalen Gemeinschaft zu sein ist keine vernünftige Antwort auf die Unerträglichkeit der herrschenden Zustände zu denen Deutschland gehört.
Für uns bedeutet es also an jedem Tag aufs Neue die rassistischen Verhältnisse anzugreifen, welche die Grundlage bereitstellen gesellschaftlichen Rassismus weiterhin zu etablieren.

Neonaziszene und der Traueraufmarsch in Lübeck
Der Neonaziaufmarsch in Lübeck zählte zu einem der größten, kontinuierlichen Aufmärsche in Norddeutschland und war daher für die hiesigen Strukturen von elementarer Bedeutung. Dies spiegelte sich in dem Versuch wider, durch Anwesenheit und Redebeiträge externer Kader wie Thomas Wulff, Christian Worch, Axel Reitz und Peter Borchert die Attraktivität und Relevanz zu steigern.
Trotzdem sank innerhalb der letzten Jahre die Teilnehmer_innenzahl kontinuierlich.
Ohne die Unterstützung von außerhalb, wie beispielsweise aus Mecklenburg-Vorpommern, wäre der Aufmarsch nicht mehr durchführbar gewesen.
In den letzten Jahren war bereits zu erkennen, dass die NPD-Strukturen den örtlich ansässigen Personen die Organisation und Anmeldung des „Traueraufmarsches“ scheinbar nicht zutrauen. So mussten beispielsweise Thomas Wulff oder Roland Siegfried Fischer als Versammlungsleiter fungieren.
Die Tatsache, dass der NPD-Kreisverband Lübeck/Ostholstein nicht mit diesen Aufgaben betreut wurde, zeigt den Zustand innerhalb der Strukturen, sowie das tiefsitzende Misstrauen gegenüber dem Kreisverbandsvorsitzenden Jörn Lemke bezüglich seiner vermeintlichen Tätigkeit für den „Verfassungsschutz“. Nur wenige Monate vor dem anstehenden „Trauermarsch“ machten Lemke und das NPD Mitglied Markus Tietz öffentlich auf sich aufmerksam, indem sie erklärten, von Antifaschist_innen angegriffen worden zu sein. Wurde hier versucht die Arbeit der Lübecker Antifaschist_innen in der Öffentlichkeit zu kriminalisieren, oder wollte sich der Kreisverband durch die Rolle der Leittragenden Mitleid erschleichen, um so Sympathien zu erlangen? Funktioniert hat es nicht, Tietz konnten die Schnittverletzungen als selbst zugefügt nachgewiesen werden. Bei Lemke konnten keine Verletzungen eines Angriffes festgestellt werden.
Die Verzweiflung und Resignation, welche durch antifaschistische Interventionen beim NPD Kreisverband und der Kameradschaftsszene hervorgerufen wurden, werden wir in Zukunft weiter verstärken.
Durch die Zersplitterung und Umstrukturierung der Kameradschaftsszene und der oben beschriebenen Probleme der örtlichen NPD-Struktur, versuchte die extreme Rechte gezielt durch mediale Überziehung belangloser Ereignisse, in Form von Flyerverteilaktionen oder Videos, eine Öffentlichkeit zu schaffen. Den traurigen Höhepunkt bildete ein Video zur Bundesdeutschen NPD-Forderung „Raus aus dem Euro“, indem eine Person mit Angela-Merkel-Maske und NPD-Schild in Travemünde Flyer verteilte.
Aufgrund mangelnder Aktionsbereitschaft und der zerbrochenen Struktur innerhalb der Lübecker Kameradschaftsszene kam es im April letzten Jahres zu einer Neustrukturierung, dem überregionalen, aktionistischen Kameradsschaftszusammenschluss „Aktionsbündnis Lübeck-Stormarn“. Diese brachten gemeinsam mit dem Hamburger Nationalkollektiv ein Aktionsvideo heraus, in dem sie eine „Solidarität mit Kameraden“ bekundeten. Ansonsten zeigten sie eher weniger Präsenz.

Der durch interne Streitigkeiten bedingte Parteiaustritt von Roland Fischer stellte die Neonazis in diesem Jahr vor erhebliche Probleme. So musste Fischer sich entscheiden, ob er in diesem Jahr als Privatperson der versammlungsrechtlichen Funktion eines Anmelders nachkommt. Er entschied sich dagegen, sodass der Neonazisaufmarsch in diesem Jahr nicht stattfinden wird.
Auf ihrer Internetseite begründen sie ihre Niederlage mit einem Erfolg, ein Bewusstsein für das Opfergedenken in der Bevölkerung verankert zu haben und sehen ihren Auftrag nun in anderen Städten auf sich aufmerksam zu machen.

Der März wird trotzdem heiß….
Auch wenn die Neonazis hier versuchen eine Erfolg darzustellen, so können wir ganz klar sagen: ES IST KEINER!
Die Absage des Trauermarsches ist ein Zeichen, dass die Strukturen in Lübeck und Umgebung so geschwächt sind, dass sie ihn aufgrund ihrer personellen Lage nicht mehr organisieren können.

Selbst wenn dies für uns ein Teilerfolg ist, so werden wir uns darauf nicht ausruhen. Die Neonazis werden immer wieder versuchen weitere Vernetzungen und Strukturen aufzubauen und Menschen durch ihre widerliche Ideologie zu vereinnahmen. Das heißt für uns weiterhin die gesellschaftlichen Missstände anzuprangern und Neonazis anzugreifen.

 

Der März wird trotzdem heiß, offensiv und militant!
Für etwas Besseres als die Nation!

Wir verbleiben in offener Feindschaft…