AntiSpe-Gruppe in Eckernförde

Antispe-Gruppe in Eckernförde

Gegen Massentierhaltung und Tierleiden
Vegetarier und Veganer treffen sich zum Austausch. Monatliche Treffen – Jeden 2. Mittwoch im Monat um 18 Uhr .

Anmeldung und erste Informationen unter :

veggie@familyhorn.eu

Was ist Speziesismus, was ist Antispeziesismus?

Beim Wort Speziesismus handelt es sich um einen Neologismus (aus Spezies und -ismus), welcher erstmals 1970 von Richard D. Ryder in einem Flugblatt benutzt wurde, um einen Speziesegoismus oder -zentrismus auszudrücken, eine „Artenarroganz“ von Menschen gegenüber anderen Spezies, durch welche die Ausbeutung bestimmter Tierarten als legitim erklärt wird. „Speziesismus bezeichnet den gesamten Komplex von Vorurteilen gegenüber Tieren; er meint den menschlichen Chauvinismus, den hemmungslosen Artegoismus, die Gewaltideologie, die Tiere der Verdinglichung, Verachtung und grenzenlosen Ausbeutung ausliefern.“1
Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse werden von Menschen verinnerlicht, sie manifestieren sich in Ideologien, welche sich oft tief ins gesellschaftliche Denken einprägen. Eine antikapitalistische Bewegung, die Tierausbeutung nicht thematisiert, setzt nicht an der Wurzel an: Tiere wurden – als „Vieh“ – mit zur ersten Form von Privateigentum. Hatte es sich erst einmal durchgesetzt, Tieren diesen Status zuzuschreiben, konnte er auch auf Menschen übertragen und deren Versklavung dergestalt legitimiert werden. Unsere Arbeit richtet sich in theoretischer Hinsicht darauf, Ideologien, die entstanden sind, um Ausbeutungsverhältnisse im Allgemeinen und die Ausbeutung nichtmenschlicher Tiere im Besonderen zu legitimieren, im gesellschaftlichen Denken zu dekonstruieren. Seit der Aufklärung werden solche Ideologien pseudowissenschaftlich belegt – z.B. behavioristisch oder sozialdarwinistisch –, zuvor wurde etwa mit Gottgegebenheit „argumentiert“, um materielle Interessen durchzusetzen und zu wahren. Ähnlich wie etwa der „wissenschaftlichen“ Rechtfertigung des Rassismus, die, wie wir heute wissen, aus europäischen Herrschaftsinteressen heraus formuliert wurde, fehlt auch der speziesistischen Ideologie aus naturwissenschaftlicher Sicht heute vollkommen die Basis; dass dieser Erkenntnis die Befreiung der Tiere folgt, muss allerdings im Kampf gegen mächtige ökonomische Interessen herbeigeführt werden – um es mit den Worten von Leonard Nelson zu sagen: „Die Welt wird sich nie nach dem richten, was in den Büchern steht, und wenn es tausendmal wissenschaftlich begründet ist. Nicht die Theorie bestimmt die Praxis, sondern die Macht der für oder gegen eine Sache sich einsetzenden Interessen.“ In praktischer Hinsicht richten sich die Aktivitäten der Tierbefreiungsbewegung daher gegen die materielle Basis der Ausbeutung, indem, beispielsweise durch Kampagnenarbeit, jene Unternehmen, die von Tierausbeutung profitieren, unter Druck gesetzt werden.
In der warenproduzierenden Gesellschaft wird der Tierkörper bis zum maximal Möglichen ausgebeutet, er ist dabei nichts als Mittel zum Zweck – etwa, um Substanzen auf ihre Verträglichkeit hin zu testen, zur Herstellung von Lebensmitteln, oder auch nur zur bloßen Unterhaltung. Als „Querschnitt durch den Gesellschaftsbau der Gegenwart“ benutzte Max Horkheimer in einem Text von 1934 einmal die Metapher eines „Wolkenkratzers“, eines Hauses, dessen Keller ein Schlachthof und dessen Dach eine Kathedrale sei: Ganz obenauf befänden sich die Magnaten der kapitalistischen Mächtegruppen, darunter die Massen der politischen Handlanger, Militärs, Angestellten und „Reste der selbständigen kleinen Existenzen“, dann die Arbeiter, und unter diesen die Erwerbslosen. Noch weiter darunter aber beginne erst „das eigentliche Fundament des Elends“, denn das gesamte Leben in den hochkapitalistischen Ländern sei ja getragen von dem Ausbeutungsapparat, der in den halb und ganz kolonialen Territorien, also im weitaus größten Teil der Erde, funktioniere. „Unterhalb der Räume, in denen millionenweise die Kulis [Tagelöhner/Lastträger] der Erde krepieren, wäre dann das unbeschreibliche, unausdenkliche Leiden der Tiere, die Tierhölle in der menschlichen Gesellschaft darzustellen, der Schweiß, das Blut, die Verzweiflung der Tiere.“ – Dieses Haus „gewährt in der Tat aus den Fenstern der oberen Stockwerke eine schöne Aussicht“ – wir sollten unsere Augen aber vor dem Blick nach unten nicht verschließen.Dabei kann sich unsere Solidarität nicht nur auf andere Menschen beschränken, genauso wenig, wie unser Bestreben sich nicht nur auf das Wohl nichtmenschlicher Tiere richten sollte, da wir damit jeweils nur Teilaspekte des Ausbeutungsapparates im Auge hätten. Die politische Tierbefreiungsbewegung kämpft gegen Tierausbeutung, ohne dabei die Befreiung der Menschen aus dem Auge zu verlieren; sie übt damit eine umfassende „Solidarität mit den quälbaren Körpern“ (Theodor W. Adorno).

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